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austria

wie können menschen aus den offiziellen statistiken eines landes verschwinden, das nicht nur eine hochgerühmte bürokratische vergangenheit besitzt (nämlich jene der österreichisch-ungarischen monarchie), sondern auch alle mittel und wege, die ausbildungswege seiner bürger/innen zu begleiten und zu unterstützen? wer ist dafür verantwortlich: politisch, administrativ, moralisch? der standard (GERM) hat uns darauf aufmerksam gemacht, wie leicht menschen verschwinden können, besonders wenn sie türkinnen sind:

(...) Innsbruck - "Ein Drittel fehlt also, wo sind sie?", fragt sich Karin Klocker, die stellvertretende Arbeitsmarktservice-Landesgeschäftsführerin in Tirol. Die Rede ist von 16-jährigen Türkinnen, von welchen ein Drittel laut einer aktuellen Erhebung des AMS vom Arbeitsmarkt bzw. aus dem Bildungssystem verschwunden sind (...)

1194117180538-1-(...) Seit nunmehr zehn Jahren gibt es in Österreich das Gewaltschutzgesetz. Es hat das Ziel, Opfern einen besseren Schutz bieten zu können. Mit einer internationalen ExpertInnentagung in Wien und Niederösterreich (5. bis 7. November) soll nun eine weitere Bilanz gezogen werden. Aufgabe der Tagung sei es, festzustellen, wo Österreich stehe und wie es weitergehen soll, erklärte Rosa Logar, Leiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, im APA-Gespräch (...)

berichtet der standard. und am rande macht sich einer der typisch österreichischen (oder darf sauseschritt sagen: wiener) skandale breit. künstlerinnen werden ausgeladen, offenbar sehr problematisch vom zuständigen frauenministerium kommuniziert. erhebt sich die frage: kann eine künstlerischer ausdruck denn überhaupt ministrabel sein? was ist kritik, wenn sie nicht mehr weh tut?

hier gehts zu den konferenzen am 5./6./7. november in wien und niederösterreich.

signandsight made us aware of the ongoing discussion on the murder of austrian jews in the small village of rechnitz at the austrian - hungarian border. read more about the ongoing discussion on signandsight (ENG) or perlentaucher (GER)

[...] Quite a stir was caused this week by an article by British journalist and author David R. L. Litchfield dealing with a massacre of 200 Jews that took place in Rechnitz, on the Austro-Hungarian border, shortly before the end of World War II. In it, Litchfield asserts that the massacre was a form of amusement for the Nazi guests of Margit von Batthyany, daughter of and partial heir to the German Thyssen industrial family [...]
map of rechnitz

manchmal ist eben alles anders als man/frau denkt. In der neuesten ausgabe von magazin derivé, einer zeitschrift für stadtforschung, reflektiert erik meinharter über die transformation der produktion:

(...) Sinkende Beschäftigtenzahlen, Auslagerung, Schließung oder Abzug der Produktionsstätten, das Ende des modernen Industriezeitalters, … solche und ähnliche Schlagworte prägen den Diskurs über das Verhältnis von Industrie und Stadt. Prognosen und Szenarien überschlagen sich in Superlativen um die wirtschaftlichen Veränderungen in den Industrieländern zu beschreiben. Industriestaaten sind sie jedoch immer noch. Eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts hat für Österreich im Betrachtungszeitraum 1995 bis 2003 sogar, wenn Industrie nach Wirtschaftskammersystematik definiert wird, eine Steigerung der industriellen Produktion festgestellt.1 EUROSTAT konstatiert ebenfalls eine steigende Industrieproduktion in der Eurozone im Betrachtungszeitraum 2004 bis 2006 (...)

ebenso berichtet die standard (GER) über eine aufführung des österreichischen filmneulings vier minuten (ENGL) in der frauen-haftanstalt schwarzenau:

"(...) Wir sind eine soziale Institution wie eine Schule oder ein Krankenhaus. Mit dem Unterschied, dass unsere Insassinnen nicht davon laufen können", sagt Oberstleutnant Gottfried Neuberger, der seit kurzem Anstaltsleiter der Justizanstalt Schwarzau ist. In dem ehemaligen Jagdschloss, in dem Kaiser Karl seine Zita geheiratet hat, sitzen durchschnittlich um die 150 Frauen und Mädchen über 14 Jahren ein, die Strafen über 18 Monate ausgefasst haben. Die Frauenkriminalität beträgt österreichweit insgesamt nur "schlappe" fünf Prozent (...)


die (österreichische) integrationsplattform hat mit einiger verzögerung und mit einem festakt am 15. oktober ihre arbeit aufgenommen. die wiener zeitung berichtete darüber und im standard gab es bilder dazu, und die dazu abgegebenen kommentare in ihrer dynamik lesenswert.

an dieser stelle möchte sauseschritt die anregung von frau herzog-punzenberger aufnehmen, die da meint:

Diese Entwicklung [=immigration] rhetorisch abzuwehren, vervielfältigt die Probleme und erzeugt einen immer größer werdenden Reformstau. Je professioneller in den Teilbereichen mit der Problemerkennung, -thematisierung und -bearbeitung umgegangen wird, desto eher entsteht das Gefühl, dass die Gesellschaft, in der wir leben, mit den stattfindenden Veränderungen Schritt halten kann. Das Bedürfnis nach Sündenböcken wird damit kleiner. Professionalität bedeutet unter anderem Offenheit zur sachlich fundierten, kritischen Diskussion.


in diesem sinne empfiehlt sauseschritt allen tatsächlich ernstmeinenden politiker/innen und medienleuten, sich trotz alltagsstress und -frust anspruchsvolle lektüre nicht nur aufs nachtkästchen zu legen, sondern auch zu lesen. vielleicht mit dem beginnen?

at_overview-1-

siniweler verdankt sauseschritt den hinweis auf dmoves: ein fundstück und empfehlenswert. doch die dokumenta 12 liegt nun schon einige wochen hinter uns. vor uns linz 2009. kulturhauptsstadt soll sie werden und durchschnittlich modern ist ihre webpräsenz. sieht aus wie ein blog, hat jedoch nicht einmel nen feed, brummelt bloglines. noch kein grosser nachteil: derzeit gibt es kaum noch etwas neues zu berichten, ausser über linzertorten zum 50. geburtstag der eu und die hubert von goisern tournee 2007-2009. nicht dass sauseschritt gegen beide grundsätzlich etwas einzuwenden hätte: nur, ein wenig mager ist das schon. warten wir also gespannt auf das erste vorprogramm, das laut ankündigung am 22. oktober erscheinen soll. die zeit bis dahin können wir uns ja einstweilen mit dmoves vertreiben.

dmoves

omg oder auch omfg! entschlüpft es polternd sauseschritt vor dem morgendlichen bildschirm als er zum x-ten mal in den letzten tagen den berühmten österreichbezug entdeckt. sechs varianten seien benannt:

(1) hassbloggen (das match der befremdeten nachbarn österreich - deutschland)
(2) identitätsbloggen (deutsche identitätskrisen in österreich)
(3) jenseitsbloggen (ein wenig österreich: tauben vergiften)
(4) integrationsbloggen (weil notwendig, inakzeptabel und wahr - eber beileibe kein österreichisches problem)
(5) freundschaftsbloggen (die überwindung des arlberges)
(6) sammelbloggen (österreichische identitätskrisen im deutschsprachigen raum)

während über (1) kaum etwas gesagt werden kann, weil sich derartiges der vernunft weitgehend entzieht, (2) verständlich, aber global normal ist; (3) einfach irrsinn und (4) ein europäisch-globales phänomen darstellt, (5) dagegen sehr solidarisch kommt, hat bei (6) sauseschritt ernste probleme. bessergehtsimmer meint:

Ich hab es schon von vielen Seiten gehört. „Warum baust du an Grenzen im deutschsprachigen Raum. Das braucht es doch nicht!“. Und ob! Natürlich sehe ich den deutschsprachigen Raum als eine Familie, dennoch nicht als eine homgene Gruppe. Mein persönlicher Zugang ist auch sehr pragmatisch: Ich möchte gerne wissen, welche professionellen Blogger in meiner Nähe wohnen, um mich mit ihnen Face-to-Face auszutauschen.

dazu jene karte, welche den wohnort des sammlers markiert - folgt man dem face to face argument: wäre da nicht brno näher, verwandter und billiger als bludenz? also doch die österreichische nation?

kirchschlag
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was also soll das, das österreichische, schweizer, deutsch bloggen? was ist diesen österreichern gemeinsam: die sprache? die nation? die geographie? oder einfach sammelwut? sauseschritt tippt gutwillig auf letzteres. und erinnert sich an den film von agnes varda über die anthropologische dimension des sammelns.

doch dann wieder der zweifel, der an sauseschritt nagt: darf er, mit österreichischem pass und wohnort 75012 paris sich denn an blögger.at beteiligen? wurde er von sammelwütigen der staatsbürgerschaft beraubt? sollte er den wiener wohnort nennen, um ja nicht in verdacht zu geraten? ein schlechter tag für schlichte bewohner dieser erde.


not to make the wrong impression. when writing about the [migration of tajik citizens], sauseschritt did not intend to cover the way austria is treating its migrants. austria does, in fact, belong to those european countries, who treat their migrants very, very badly. the liberal newspaper der standard reports in its online edition (GER):

Österreich zählt in Europa zusammen mit der Slowakei, Griechenland und Zypern zu den Ländern mit besonders schlechten Bedingungen für die Integration von Ausländern. Das geht aus einem Vergleich der Integrationspolitik hervor, den British Council und der Migration Integration Policy Groupe am Montag in Brüssel vorgestellt haben. Das integrationsfreundlichste Land in der EU ist Schweden, gefolgt von Portugal und Belgien, das integrationsfeindlichste Lettland.

For those who are interested in the Migrant Policy Index (MIPEX), which measures policies to integrate immigrants in EU member countries find a notice on BBC. The ones who wish to read on the situation in individual member states: visit the MIPEX website.

for all those, who believe in a rational way for dealing with international labour mobility: the irish example on how to deal with immigration is definitely not a bad one, but aso faces *institutional racism*:


wem in paris das sogenannte heimweh nach Österreich plagt, dem sei angeraten eine der filialen von fnac aufzusuchen, wo derzeit sechs filme des 1906 in österreich geborenen und 1935 in die usa remote_a emigrierten otto preminger in einer collection von remote_a aventi günstig angeboten werden. wer in wien sitzt und trotzdem preminger sehen will, dem sei die auswahl bei remote_a amazon angeraten. sauseschritts gestriges abendprogramm war der letzte film premingers, der 1979 sechs jahre vor seinem tod fertiggestellte agententhriller remote_a the human factor. wenn auch der kalte krieg vorbeizusein scheint, weniger grausam mag es zwischen den nationen wohl auch heute nicht zugehen.
09s08i04
nicht uninteressant auch sein film remote_a the cardinal aus dem jahr 1963, in dem er über den aufkommenden rassismus europas (und jenen der usa) in den dreissiger jahren nachdenkt: mit einer rückblende auf das erschreckend konziliante und grausame wien des jahres 1938. josef meinrad, romy schneider, peter weck, die wachau und apfelstrudel: und trotzdem nicht der übliche österreich-kitsch. preminger wusste offenbar was er tat, wenn er den schauplatz seines fims teilweise nach wien verlegte.

 

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