france

wer kennt nicht jene "vorher-nachher-bilder", mit denen zum kauf von allerlei unnützen dingen geworben wird. auch richard linklater hat sich einem derartigen prozess unterzogen und beide bilderfolgen sind derartig enervierend, dass ich froh über sauseschritts eigentliches motiv war,

gequatsche, ja, besonders das von unreifen erwachsenen kann extrem nerven. wenn die beiden noch jung sind, wie in before sunrise, mag das ja noch charmant daherkommen, aber neun jahre später: eine qual sondergleichen.
dennoch: dem film verdanke ich einen wunderschönen nachmittag mit einer sehr jungen und einer ewig jungen dame an einem der drehorte, dem



ein wenig pervers ist es schon, die aus wien mitgebrachte deutschsprachige ausgabe von le monde diplomatique in einer pariser metro zu lesen. noch dazu wo ein sauseschritts interesse erweckender artikel über die kinowelt eben dieser stadt berichtet und aus dem französischen übersetzt wurde. aber seis drum. wenn sich der durchschnittspariser so in seiner frankophilen engstirnigkeit kaserniert, so darf auch sauseschritt seine eulen nach paris tragen.
da



übrigens: die cinematheque befindet sich in unmittelbarer nachbarschaft zu sauseschritts wohnstätte. besucht hat er sie deshalb auch noch nicht: kaum eine chance, sich am wochenende ohne langes schlangestehen in dem prachtbau vergnügen zu können. aber möglichkeiten, in paris gute filme zu sehen, gibt es genug. und auch das angebot an diesbezüglichen dvds für das anspruchsvolle patschenkino ist ausreichend vorhanden. da kann monsieur person trauern so viel er will.

in der kapitale nichts neues. die autos fahren, die metros fahren, staatsdiener dienen, angestellte sind angestellt, unternehmer unternehmen, die studenten studieren..., meint jens badura im

lohnenswert auch der falter artikel (49/05) von robert misik mit der überschrift welt der nutzlosen: früher wurden die armen ausgebeutet. die heutige unterklasse wird nicht einmal mehr dafür gebraucht. in frankreich tobte die "revolte der überflüssigen". denn immer mehr menschen wissen, dass sie nie zum zug kommen werden.. dazu gibts keinen link, leider.
the cimetière du père-lachaise is the largest cemetery in paris, and one of the most famous cemeteries in the world. located in the 20th arrondissement, père-lachaise is reputed to be the most visited cemetery in the world, attracting hundreds of thousands of visitors a year to the graves of the those who have enhanced French life over the past 200 years. it is also the location of five great war memorials, concludes wikipedia.

eines der für sauseschritt berührendsten bilder auf dem so berühmten friedhof père-lachaise im osten von paris. still, in einem winkel des urnengebäudes, abseits der ausgetretenen touristenpfade. ein wenig selbstvergessen sollten auch die bilder werden, die es wieder einmal auf



sauseschritt hat freilich nur diffuse gedanken:
* ein schlechtes jahr für frankreich: eu-referendum gescheitert, olympische spiele in london statt in paris, häuser- und menschenbrände in paris und dann das ....
* während die europäischen medien mit ihren bildern die apokalypse trommeln, halten sich französische medien vornehm zurück. die folge: besorgte anrufe aus dem ausland von menschen, die mich schon als opfer der unruhen sehen und um ihren arbeitsaufenthalt oder urlaub in paris fürchten. die amerikanische botschaft in paris warnt davor, den rer b (flughafenzug nach cdg) zu benutzen, weil er auch in

* sauseschritt findet die bewaffneten und uniformierten männer aller art an den grossen bahnhöfen und metrostationen unerträglich, die polizeisirenen nächtens aber doch recht bedenklich: grosstadtapokalypse?
* autos in brand zu setzen, scheint ja massensport in französischen städten zu sein; und das, was in den banlieus passierte, war vorhersehbar und wird gewiss wieder geschehen. die ignoranz vieler pariser gegenüber dem, was der turbokapitalismus anrichtet, ist schier unglaublich;
* luc bessons film


* die stadtzeitung für den pariser bobo,

* ich weiss endlich, warum ich mich beim anblick der szenen aus dem banlieu (stimmungsmässig) erinnert fühle: an stimmung, farbe und hintergrund der realfiction in lars von trier´s

* aber wen interessiert das alles noch, nachdem die medien endlich schweigen?

natürlich ist es nicht ganz korrekt, einträge mit altem material zu füllen. manche nutzen ja das medium um das opus magnum alter urlaubsfotos zu veröffentlichen. das ist ja bei aller definitionsoffenheit von weblogs aus sauseschritts perspektive nicht ganz ok. aber: die ausnahmen bestätigen wohl die regel. deshalb darf an dieser stelle an die



was ist also nuit blanche? ein ästhetisch überschätztes lichtspektakel, das auf mehreren parcours, die durch paris gelegt werden, veranstaltet wird? ein jahrmarkt künstlerischer eitelkeiten? teil einer gegenbewegung zum konzept autoritativer stadtverwaltung, wie es die zeit in ihrem artikel über



hier ist aber zunächst nicht von den banlieus zu berichten, sondern vielmehr von dem, was zum ideologischen rückgrat von la france gehören mag: dem film etwa und der unvermeidlichen


vor kurzem hat


auch

wie immer erscheint alles wie in einer verkehrten welt: während also luc besson seine heldin als (religiöse, politische) manikerin desavoiert, zeigt robert bresson die schwierigkeit selbstgewählter wahrhaftigkeit. diese hat nur am rande mit religion zu tun, wenn auch bresson für diesen film den prix de l´office catholique erhalten sollte. denn aus einer religiös und politisch überhöhten gallionsfigur wird ein zorniges, selbstbewusstes mädchen, das heute (wie damals?) auch ohne kirche verstanden werden sollte.




ja endgültig für einige zeit: letzter wiener arbeitstag für sauseschritt -> nur mehr packen und dann ab die post!

nichts ohne grund: schon (einmal ....) hat sauseschritt auf das elend der immigrant/inn/en (auch) in paris hingewiesen. nach den bränden in den elendsquartieren der stadt fanden auch vorgestern öffentliche gedenkfeiern statt.

