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un, deux, trois ....

 

chile

Anthropologists and geologists from the Austral Scientific Research Centre have discovered the body of an adult who lived on the north coast of Tierra del Fuego (Argentina) 4,000 years ago. “The body is very well preserved, totally articulate, with complete denture,” said anthropologist Monica Saleme. The skeleton, found beneath a 3,900-year-old ‘conchero’ (shell pit), may be the oldest so far discovered in the region. Shell middens of this type are quite common and indicate the sites of temporary habitations where hunter-gatherers would settle for several months at a time to feed on molluscs and other sea foods, and take time to make implements. The dating corresponds to the time of the world’s highest sea levels – the burial is now almost 3,000 meters from the present coastline.
     The 1.7m body was buried in the foetal position on its right side, with the left hand under the head and knees close to the chest. Tools and utensils dating back 12,600 years and thought to have been produced by the selk-nam ona tribe have been found in Tierra del Fuego, but no human remains from so early a date. “We can’t say if [the skeleton] belongs to a selk-nam, although they inhabited the area,” says Saleme. The remains have now been taken to the main ASRC Cadic laboratory for further examination and DNA tests. Researchers are interested in the different migrations into Tierra del Fuego during the Holocene and the DNA tests will determine the body’s migratory origin.
Source: MercoPress (17 March 2004)

aus: remote_a stone pages

Der argentinische Schriftsteller und Journalist Eduardo Rawson beschreibt nun in seinem Roman "In Feuerland" das Verschwinden der feuerländischen Indianer zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
remote_a kurzrezension in der berliner literaturkritik

patagonia

treibende eisschollen am lago grey

ein kleiner nachtrag, über die schmelzenden gletscher patagoniens ist ja schon [einmal hier ...] berichtet worden.
nunmehr eine diaschau von greenpeace, dem remote_a online standard von heute entnommen.

"europäische selbstgefälligkeit", so nennt johanna di blasi ihren irritierenden bericht über belgiens remote_a königliches museum für zentralafrika, der vor einigen wochen im remote_a extra der wiener zeitung erschienen ist. dieser bericht hat einen engen gedanklichen und historischen zusammenhang mit den anderen museumskulturen, etwa dem remote_a regionalmuseum der salesianer in punta arenas/chile oder dem remote_a presidio in ushuaia/argentinien.

(1) atmosphärisch:
johanna di blasi beobachtet vor ort:
Wie buchstäblich modrig das Konzept ist, verraten am augenscheinlichsten die Bataillone ausgestopfter Tiere in einem erbärmlichen konservatorischen Zustand. Schlangen haben im Laufe von 100 Jahren die Farbe vollständig verloren und kringeln sich wie monströse Maden in Konservierungsgläsern. Säugetiere, die ursprünglich der Größe nach sortiert waren, wurden in den 70er Jahren zwischen Schilf und Gras drapiert, um lebensnaher zu erscheinen. Ein Büffelkopf schaut aus dem Ried - seine fehlende Halspartie hat ein Maskenbildner ergänzt. Das Halshaar der makabren Gestalt stammt vom Haupt Tervurener Bürger, die "ihrem" Museum emphatisch verbunden sind.
was sie im königlichen museum in tervuren wahrnimmt, hat mit meinen beobachtungen im salesianer museum in punta arenas (chile) mehr als nur den zusammenhang, dass hie wie dort verfall und geschmacklosigkeit schockieren. es ist vielmehr das grauen ob der destruktivität der menschlichen verfasstheit, die sich beim durchstreifen der museen offenbart: sammlungen des entsetzens ! [mehr über die beiden museen ...]

museo_punta

(2) historisch:
der europäische (koloniale?) mensch bedient(e) sich ungeniert der ressourcen vor ort, seien es ideen, rohstoffe, tiere oder menschen. auch hier stimmen die erfahrungen, die man/frau in tervuren, punta arenas oder ushuaia machen kann, überein. johanna di blasi setzt ihre beschreibung fort:
Anders die Afrikaner. Eine größere Gruppe ist zuletzt vor über 100 Jahren nach Tervuren gekommen, allerdings nicht als Besucher, sondern als Ausstellungsstücke. Im Park rund um die heutige Anlage ließ der König zur Weltausstellung 1897 drei Dörfer mit 267 schwarzen Männern, Frauen und Kindern anlegen: ein Flussdorf, ein Walddorf und ein zivilisiertes Dorf. Ein Jahr lang kamen über eine Million Besucher und warfen den Insassen Nahrung zu, bis schließlich Schilder das Füttern untersagten.
magellan, fitz roy, cook - alle haben sie auf ihren erkundungsfahrten in die südliche hemisphäre menschen nach europa verschleppt (oder zu verschleppen versucht), zur allgemeinen belustigung der diversen höfe und jahrmärkte. in belgien, grossbritannien, paris und anderswo. [mehr dazu ...]

mus_ushuaia3

fitz roy und die verschleppung von indigenen, wandmalerei in einer ehemaligen gefängniszelle im presidio in ushuaia


dear cousin !
here are some of my recommendations for southern chile.

chile2 sunicon blogtrenner valdivia blogtrenner osorno

valdivia, maybe:
vald41 vald31 vald21 vald11

or the region around the vulcanoe osorno: the village of villarica is recommendable
osorno1 osorno3

unfortunately not too many fotos from that wonderful region of lakes, but if you want to have a better picture go to blogtrenner villarica pictures on google

and here is a more detailed map of the region:
carta

never stay at pto. montt except you have a passion for ugly and depressing cities.

for planning your trip via airplane go to blogtrenner lanchile

for more information on southern chile, go to the homepage of the official tourism agency blogtrenner sernatur . they only offer information and you cannot book there.

as you might know, my chile pages are updated, but still available only in german: [more ... ]

Good luck and all my best
cousin g.

ushuaia2

kaimauer in ushuaia, tierra del fuego, argentinien - nicht zufall sondern marketing konzept

... wieder einer jener bemühten phrasen, mit denen fremdenverkehrsstrategen allerorten agieren. einer blogtrenner rezension der wiener zeitung folgend, lese ich derzeit helge sobik: irgendwo im nirgendwo. unterwegs an den enden der welt. der rezension von andreas wirthensohn ist nichts hinzuzufügen.


das war chile:
immer wieder was neues, wie ein puzzlespiel, daher nie abgeschlossen - und damit bruch mit der chronologie.
[vorbereitungen ..... )

[ ab nov 3: santiago de chile ... ]

[ab nov 6: der kleine süden - temuco, valdivia, villa rica, pto. montt ... ]

[ab nov 11: der große süden: patagonische kanäle, pto natales, pta arenas .... ]

[ab nov 18: tierra del fuego: porvenir, ushaia, ... ]

[ ab nov 26: mittelchile: santiago, valparaiso, isla negra ... ]

chilechart


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seno2
... ankommen, wo wir abgereist sind? jedenfalls bleibt der seno ultimo esperanca für mich das ende der welt.

mit der mayo 21 verlassen wir frühmorgens den hafen von pto. natales, um erst gegen abend wieder zurückzukehren. eisig bläst der wind von den umgebenden bergen und eisfeldern herab, das meer ist bleiern und träge. langsam gleitet das schiff hinein in den grauen kanal. ich versinke in die stille der landschaft des fjords, an dessen ende zwei gletscher ins meer hineinragen.
seno1
die ungehobelte horde der tourist/inn/en von denen ich einer bin, hat sich in die wärme der kajüte zurückgezogen und kommt nur an bord, wenn die schrille stimme unserer begleiterin per lautsprecher auf die attraktionen backbord oder steuerbord aufmerksam macht: die höhle der seelöwen, den komoranfelsen, den balmaceda gletscher, die estancia. wir alle nehmen mit unseren elektronischen geräten ein stück der attraktion mit nach hause.

aber letztendlich erschliesst sich die einmaligkeit der landschaft nur denen, die ihren blick schweifen lassen. und so bleibe ich auch im freien, wenn es scheinbar nichts mehr zu sehen und zu fotografieren gibt. und wäre gern ins innere des schiffes zurückgekehrt, wenn die attraktionen zu besichtigen waren.

seno3
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arauc2

... des landes, der einsamkeit, der natur auf. noch nie habe ich so schöne, furchterregende und friedliche wälder gesehen. wildenten schreien laut, als wir den bergsee umrunden, zwischen ausgebleichten baumstämmen, bambusinseln und ungeregelten bachläufen.

doch pablo neruda [lit ...] kann dies viel besser:
der chilenische wald (...) unter den vulkanen, vor den schneebergen, zwischen den grossen seen - der wohlriechende, der stille, der wilde chilenische wald (...) die füße versinken im hohen laub, ein brüchiger zweig knackt, die riesigen araukarien recken ihre krause gestalt, ein vogel des kalten urwaldes kommt geflogen, flattert, lässt sich im schattigen gezweig nieder (...) wer den chilenischen wald nicht kennt, kennt diesen planeten nicht. von dieser erde, diesem lehm, von dieser stille bin ich ausgezogen, um zu singen für die welt. (memoiren: ich bekenne, ich habe gelebt).
dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


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mapuche_logowelu petu mogelein - wir leben noch: so titelt die erste ausgabe der monatszeitschrift AZkintuWE, die ich am busterminal erwerbe. nicht nur die wandbeschriftungen (etwa: libertad a los presos politicos zeigen vom politischen selbstbewusstsein der mapuche. seit 2002 verfügt die bewegung auch über eine website, blogtrenner den mapuche international link.

auch das blogtrenner museo regional de araucania, das am stadtrand von temuco liegt, ist längst von einem betulichen konservator von artefakten aus der vergangenheit zu einem modernen, sozialhistorisch bedeutsamen und gegenwartsbezogenen museum (zumindest im erdgeschoss des gebäudes) geworden. am eingang des museums die tafel, in der nicht nur kurse zur textilen gestaltung und zum instrumentenbau, aber auch zur sprache der mapuche angeboten werden. mit uns als besucher eine gruppe von jugendlichen mit ihrer lehrerin. es entwickelt sich ein frage - antwortspiel zwischen der museumspädagogin und den manchmal überforderten schüler/inne/n: geschichte, riten und lebensverhältnisse der groß- und urgroßeltern werden thematisiert und abgefragt. in einer nachgebauten hütte der mapuche sitzend, räsonniert die lehrerin vor ihren schüler/inne/n über das selbstwertgefühl der mapuche. warum es denn so sei, dass jeder denke, die mapuche seien nicht imstande, so zu lernen und zu studieren wie alle anderen? während einer der jugendlichen dadurch auffällt, dass er fast alle fragen zur allgemeinen zufriedenheit der beiden erwachsenen beantworten kann, blickt ein anderer gelangweilt, aber schüchtern um sich. kann so identitätsbildung vonstatten gehen?
temuco1
tage später, in valdivia, besuchen wir die casa anwandter, die ebenfalls in ein museum umgewandelt wurde. ich weiss nicht, wie die gegenwärtige bewegung der mapuche darüber denkt, dass in dem ehemaligen anwesen eines der bedeutendsten gründer der deutschen siedlerbewegung in araukanien auch ihr volk ausgestellt wird: unverbunden übereinander die befindlichkeit deutschen familiensinns und handwerksprodukte der mapuche. friedliches nebeneinander oder aktive verdrängung, frage ich mich. so tun, als ob die städte und siedlungen der region nie auf dem blut und der kolonisatoren und kolonisierten aufgebaut wurden. ist das die essenz der multikulturellen gesellschaft, die ich an den gesichtern der bevölkerung valdivias ablesen kann?

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