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zagorecein wenig abseits der österreichischen presseberichterstattung wurde heute gemeldet, dass die auslieferung des kroatische vize-aussenministers und ex-generals vladimir zagorec vom wiener oberlandesgericht bestätigt wurde. was war geschehen? orf wien berichtet:

(...) Zagorec soll als Vize - Verteidigungsminister 1993 von einem Waffenhändler einen Koffer mit Edelsteinen als Bürgschaft für einen Waffeneinkauf entgegengenommen haben. Als er im Jahr 2000 aus dem Amt des stellvertretenden Verteidigungs-ministers schied, soll Zagorec diesen Koffer mit sich genommen haben. Zagorec lebte danach in Österreich. Im Frühjahr erließ die Justiz in Kroatien einen Haftbefehl gegen ihn. Er wurde daraufhin in Wien verhaftet, aber kurz danach gegen eine Kaution in der Höhe von einer Million Euro auf freien Fuß gesetzt. Zagreb beantragte offiziell die Auslieferung. In seiner Abwesenheit wurde bereits Ende März in Zagreb ein Prozess gegen den früheren Militär und Tudjman-Intimus gestartet, dem Kroatien Veruntreuung von Staatsvermögen und Amtsmissbrauch vorwirft. Zagorec bestreitet diese Vorwürfe, für ihn gilt die Unschuldsvermutung (...)

was tat also zagorec mit diesem koffer? was tat er in wien? wie wurde er einer der fünfzig reichsten männer kroatiens? machen wir uns ein wenig im web kundig. offenbar ging er immobilien- und geldgeschäften nach. der standard gibt ein wenig mehr preis:

(....) Im Frühjahr hatte die kroatische Justiz einen Haftbefehl gegen den Ex-General erlassen, der während des Kroatien-Krieges 1991-1995 für die Beschaffung von Waffen für die kroatische Armee zuständig war. Der seither in Österreich lebende 44-jährige Bauunternehmer wurde daraufhin verhaftet, kurz danach aber gegen eine Kaution in der Höhe von einer Million Euro auf freien Fuß gesetzt. Kroatien beantragte die Auslieferung. In Abwesenheit wird Zagorec in seiner Heimat bereits der Prozess gemacht; vorgeworfen wird ihm Amtsmissbrauch und Veruntreuung. Als einer der engsten Vertrauten des ersten Präsidenten Kroatiens, HDZ-Chef Franjo Tudjman, soll Zagorec unkontrolliert über Millionenbeträge verfügt haben. Als das UN-Waffenembargo Waffenexporte in die früheren jugoslawischen Teilrepubliken verbot, wurden die Geschäfte illegal durchgeführt. Heute gilt der Ex-Minister mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 26 Mio. Euro als einer der reichsten Kroaten überhaupt (...)

die presse hat sich bislang ausgiebig mit der involvierung des generals in waffengeschäfte in südosteuropa beschäftigt und auch ein wenig auf die geschäftegebarungen des herren in österreich berichtet. auch die kleine zeitung berichtet über verdachtsmomente in bezug auf geldwäsche, an der österreichische banken beteiligt gewesen sein sollen.

So soll er Anfang der 90er Jahre vom "Unterstützungsfonds für Kroatien" bei der Bank für Kärnten 2,8 Millionen Dollar abgehoben und auf ein Konto bei der Kärntner Sparkasse überwiesen haben. Auch die BA-CA kommt in dem Zusammenhang "in Verruf". Sie habe bei den zuständigen Stellen des Innenministeriums zu spät Alarm geschlagen. Der Bank hätte auffallen müssen, dass Zagorec sein Wertpapier-Depot ständig aufgestockt hat, was den Verdacht der Geldwäsche nahe legte. (...) Auch bei der Hypo Group Alpe Adria streifte er immer wieder an. Die Kärntner Bank streckte ihm Lösegeld für seinen entführten Sohn vor und finanzierte Grundstückstransaktionen. Die Vorwürfe zum Thema Geldwäsche dementierte Zagorec immer postwendend. Die Kredite seien ausreichend hypothekarisch besichert gewesen.

etwas zurückhaltend, die österreichischen medien. aber vielleicht sollte man die kroatischen medien befragen, die nicht so viel rücksichten auf österreichische befindlichkeiten legen müssen? insbesonders das nachrichtenmagazin nacional, welches auch eine englische seite anbietet, weiss viel zu berichten - eine fundgrube zum fall zagorec !

(...) THE CROATIAN JUSTICE DEPARTMENT is investigating how the stolen millions of state money have started to find there way back into Croatia under the guise of construction investment financed by Austrian banks

(...) titelt das magazin einen seiner beiträge, in dem in extenso die verwicklung österreichischer banken in die geschäfte von vladimir zagorec behandelt wird. sauseschritt denkt, dass es an der zeit wäre, ein wenig mehr enthüllungsarbeit über die österreichische beteiligungen zu leisten. die frage, ob in fällen wie diesen nicht auch österreichische nachrichtendienste involviert sind, ist nicht von der hand zu weisen. wer liesse denn einen hohen ex-militär eines in kriegsangelegenheiten verwickelten nachbarlandes unbe(ob)achtet in wien seine geld- und möglicherweise auch waffengeschäfte treiben? dann auch die frage nach den eigentlichen geschäftsfeldern jener österreichischen firmen, in denen zagorec tätig war. dann jene nach anderen, aber ähnlich gelagerten fälle im gefolge der balkankriege. ein wenig aufklärung täte not. denn österreich war mit nachbar in not wohl nicht nur der hort der barmherzigkeit in diesen und den folgenden jahren. wohlan, ihr österreichischen enthüllungsreporter/innen: tut, was getan werden sollte.
letztlich: warum, man gestatte sauseschritt die plumpe frage, sollte justizministerin maria berger die ausweisung von herrn zagorec verhindern, wie alle heutigen medien der apa-meldung so brav nachplappern? hat man/frau auf einmal angst vor der verletzung von menschenrechten?
RokkerMur wrote on 2007.10.26, 12:58:
sauseschritt sind alle fragen gestattet ;) 
 

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