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hansi k.? in der tivoligarage in wien meidling wird im april 1968 ein verwandter erschossen. hansi war ein von seinen eltern alleine gelassener bub, der früh mit der stricherszene in kontakt gekommen war. hinter vorgehaltener hand berichtete man von seiner reise nach holland, von der er als "bachene sau" zurückgekehrt war. die ploni oma (unsere urgroßmutter) hatte er in ihrem kleinen häuschen in perchtoldsdorf mit dem messer bedroht, als er dringend geld benötigte. seiner kleinen tochter hatte er das goldkettchen abgenommen, um es im dorotheum zu geld zu machen. so hatte man es in der familie erzählt und fand es nicht weiter überraschend, als er in jener nacht in der tiefgarage von jenem homosexuellen polizisten erschossen wurde, den er wegen seiner neigung erpreßt hatte. homosexualität war 1968 ein strafrechtlicher tatbestand. noch heute weigern sich politiker, gleichgeschlechtliche lebensgemeinschaften rechtlich denen von heterosexuellen gleichzustellen.
peter resetarits hat über das tragische schicksal des polizisten im orf remote_a berichtet. hansi wurde vom sprecher als wiener (klein-)krimineller bezeichnet, sein konterfei zweimal den zuschauer/inne/n gezeigt. ein junger, ernster, trauriger mann, aber bloss staffage für die story von der remote_a häfenkarriere des polizisten ernst k(arl). alternde polizisten sprachen seinen familiennamen stets als "kissl" aus, was in sauseschritts ohren sehr befremdend klang.
sauseschritt hat damals anfang der sechziger den um einige jahre älteren hansi bewundert, als dieser eine weisse maus in die die holzeisenbahn sperrte und den garten von ploni-oma unsicher machte. es tat weh, hansi im fernsehen in der rubrik "kriminelle degeneration" zu sehen. als sauseschritt nach ende der fernsehaufzeichnung im google zu recherchieren beginnt, findet er keine einträge zu ernst karl. hansi kommt überhaupt nicht vor. man müßte hansis geschichte erzählen, denkt sauseschritt, genauso wie die geschichte von fredy k. und von den anderen millionen vergessenen, nach deren spuren die suchmaschinen niemals ihre fühler ausstrecken können. vielleicht fiele es dann schwerer, sich von ihren schicksalen hochmütig zu distanzieren.
ernst karl, tot

 

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